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In ChatGPT genannt werden: Was Unternehmen selbst beeinflussen können

Redaktion KI-SEO Service · · Zuletzt geprüft · 9 Minuten Lesezeit

ChatGPT nennt Quellen, wenn es für eine Antwort im Web sucht. Beeinflussen können Sie dabei drei Dinge: ob OpenAIs Crawler Ihre Seite abrufen dürfen, ob Ihre Seite die Frage in einzelnen Absätzen klar beantwortet, und was andere Seiten über Ihr Unternehmen schreiben. Eine Garantie, genannt zu werden, gibt es nicht, auch nicht gegen Geld.

Wann ChatGPT überhaupt Quellen nennt

ChatGPT beantwortet viele Fragen aus dem, was das Modell im Training gelernt hat. Dann gibt es keine Quellenangabe und keinen Link. Erst wenn ChatGPT für eine Frage im Web sucht, erscheinen Quellen neben der Antwort. Das passiert vor allem bei aktuellen, konkreten und lokalen Fragen oder wenn der Nutzer ausdrücklich danach fragt.

Für ein Unternehmen heißt das: Die Nennung mit Link entsteht in der Suche. Dort, und nur dort, haben Sie mit Ihrer Website direkten Einfluss.

Was Sie selbst beeinflussen können

1. Den Zugang. Für die Suchergebnisse in ChatGPT ist laut OpenAI der Crawler OAI-SearchBot zuständig. Sperren Ihre robots.txt oder Ihre Firewall ihn aus, kann Ihre Seite nicht erscheinen. GPTBot dagegen sammelt nur Trainingsdaten; eine Sperre betrifft die Suche nicht. Welche Crawler Sie wofür zulassen sollten, steht im Artikel über KI-Crawler in der robots.txt. OpenAI veröffentlicht außerdem die IP-Bereiche seiner Crawler, damit Sie sie in der Firewall zulassen können.

2. Seiten, die Fragen direkt beantworten. ChatGPT übernimmt einzelne Absätze, keine ganzen Seiten. Eine Leistungsseite, die mit „Wir sind Ihr kompetenter Partner“ beginnt, liefert nichts Zitierbares. Eine Seite, die zum Beispiel mit „Eine Website-Analyse kostet bei uns ab 900 Euro und dauert zwei Wochen“ beginnt, schon. Stellen Sie die Fragen, die Kunden tatsächlich stellen, als Zwischenüberschriften und beantworten Sie jede im ersten Satz darunter.

3. Was andere über Sie schreiben. Antworten auf Fragen wie „Welche Kanzlei für Arbeitsrecht in Leipzig?“ fassen zusammen, was viele Quellen sagen: Fachartikel, Verzeichnisse, Vergleichsseiten, Bewertungen. Vieles spricht dafür, dass Unternehmen, die dort häufig vorkommen, auch öfter genannt werden. Belastbar gemessen ist bisher aber nur ein Zusammenhang, keine Ursache.

4. Richtige Angaben überall. ChatGPT kann veraltete oder falsche Angaben aus alten Verzeichniseinträgen übernehmen: frühere Adressen, eingestellte Leistungen, falsche Öffnungszeiten. Prüfen Sie Ihre Einträge in Branchenverzeichnissen, bei Google und in Bewertungsportalen und korrigieren Sie, was nicht mehr stimmt.

So prüfen Sie selbst, ob ChatGPT Sie nennt

Einen Bericht wie die Search Console gibt es für ChatGPT nicht. Sie können es aber selbst messen, wenn Sie methodisch vorgehen:

  1. Fragen sammeln. Nehmen Sie 20 bis 50 Fragen, wie Kunden sie stellen würden. Die besten Quellen dafür sind Ihre eigenen Kunden-E-Mails und Vertriebsanfragen, nicht Keyword-Listen.
  2. Sauber testen. Nutzen Sie jedes Mal eine neue Unterhaltung ohne Verlauf und ohne gespeicherte Erinnerungen, sonst beeinflussen frühere Gespräche das Ergebnis. Stellen Sie die Fragen in der Sprache Ihrer Kunden; auf Deutsch und auf Englisch nennt ChatGPT oft ganz andere Anbieter.
  3. Festhalten. Notieren Sie pro Frage Datum, Modell, ob Sie genannt wurden, wer stattdessen genannt wurde und welche Seiten als Quelle verlinkt sind.
  4. Wiederholen. Einmal im Monat mit denselben Fragen. Einzelne Antworten schwanken stark; aussagekräftig ist erst die Entwicklung über mehrere Durchgänge.
Frage Datum Modell Genannt? Stattdessen genannt Verlinkte Quellen
Wer prüft Jahresabschlüsse für GmbHs in Dresden? 01.10. … nein Kanzlei A, Kanzlei B Verzeichnis X, Artikel Y

Die Spalte „Verlinkte Quellen“ ist die wichtigste. Sie zeigt, welche Seiten ChatGPT für Ihr Thema heranzieht. Dort genannt zu werden ist oft realistischer als ein Platz in der Antwort selbst.

Warum ChatGPT Ihre Konkurrenz nennt

Die genaue Gewichtung kennt niemand außerhalb von OpenAI. Die häufigsten Gründe, die sich bei solchen Tests zeigen, sind trotzdem gut prüfbar:

  • Die Konkurrenz beantwortet die Frage direkt. Ihre Seite beschreibt Leistungen allgemein, die des Wettbewerbers nennt Preis, Ablauf und Voraussetzungen.
  • Die Konkurrenz kommt in den verlinkten Quellen vor. Steht ein Wettbewerber in dem Vergleichsartikel, den ChatGPT als Quelle nutzt, und Sie nicht, ist das oft die ganze Erklärung.
  • Ihre Seite ist für den Crawler nicht erreichbar oder zeigt ihren Text erst per JavaScript.
  • Zufall. Dieselbe Frage liefert an verschiedenen Tagen unterschiedliche Empfehlungen. Ein einzelner Test beweist nichts.

Jahrzehnte Erfahrung und gute Google-Positionen schützen nicht automatisch. Ein Sprachmodell kennt Ihre Erfolge nur, wenn sie irgendwo öffentlich und verständlich beschrieben sind.

Besuche aus ChatGPT messen

Links aus der ChatGPT-Suche tragen laut OpenAI den Parameter utm_source=chatgpt.com. In der Webanalyse erscheinen diese Besuche deshalb meist als eigene Quelle. Ein Teil kommt trotzdem ohne Herkunft an, etwa aus der App, und landet unter „Direkt“. Die Zahlen sind also eher zu niedrig.

Wichtiger als die Zahl der Besuche ist, ob Anfragen daraus entstehen. Fragen Sie neue Kunden, wie sie auf Sie gekommen sind, und nehmen Sie „ChatGPT“ oder „KI“ als Antwortmöglichkeit ins Kontaktformular auf.

Wenn Sie eine Agentur beauftragen

Viele Agenturen bieten inzwischen „GEO“ oder „KI-SEO“ an. Ein großer Teil davon ist klassische Suchmaschinenoptimierung, und das ist in Ordnung, solange es so benannt wird. Diese Fragen helfen bei der Einordnung:

  • Was genau tun Sie, das über normales SEO hinausgeht? Eine gute Antwort nennt konkrete Maßnahmen, keine Schlagworte.
  • Wie messen Sie den Erfolg? Seriös ist ein fester Fragen-Satz, der regelmäßig geprüft wird und dessen Rohdaten Sie einsehen können. Ein einzelner „Sichtbarkeits-Score“ ohne nachvollziehbare Grundlage reicht nicht.
  • Haben Sie Beispiele mit Datum? Also: welche Frage, vorher nicht genannt, nachher genannt, seit wann.

Vorsicht bei Garantien, bei einer llms.txt als Kernleistung (Google schreibt ausdrücklich, dass die Google-Suche solche Dateien ignoriert) und bei gekauften Erwähnungen in Listen oder Foren.

Vor jeder Beauftragung lohnt der kostenlose KI-Sichtbarkeits-Check: Er zeigt in 10 bis 30 Sekunden, ob Ihre Seite technisch überhaupt für ChatGPT zugänglich und zitierfähig ist.

Häufige Fragen

Kann man dafür bezahlen, in ChatGPT genannt zu werden?

In den Antworten selbst nicht. OpenAI zeigt inzwischen Werbung in ChatGPT, auch in Europa. Die Anzeigen stehen laut OpenAI getrennt und als gesponsert gekennzeichnet unter der Antwort, und Werbetreibende haben keinen Einfluss darauf, was ChatGPT antwortet oder empfiehlt.

Nutzt ChatGPT den Suchindex von Bing oder von Google?

Dazu kursieren widersprüchliche Angaben, und OpenAI legt die Quellen seiner Websuche nicht vollständig offen. Sicher ist nur, was OpenAI selbst dokumentiert: Ohne Zugang für OAI-SearchBot kann Ihre Seite nicht in den Suchantworten von ChatGPT erscheinen. Eine gute Platzierung bei Google und Bing schadet trotzdem nicht.

Bringen Besucher aus ChatGPT überhaupt Kunden?

Das hängt stark von der Branche ab. Wo sich Kunden vor der Entscheidung ausführlich informieren und vergleichen, etwa bei Beratung, Software oder erklärungsbedürftigen Leistungen, kommen eher Anfragen zustande als bei dringenden, lokalen Aufträgen. Die Zahl der Besuche ist meist klein. Messen Sie deshalb Anfragen, nicht nur Klicks.