SEO & KI-Suche
SEO verstehen: Onpage vs. Offpage – So optimieren Sie Ihre Website richtig
Suchmaschinenoptimierung lässt sich grob in zwei Bereiche teilen. Onpage ist alles, was Sie auf Ihrer eigenen Website verändern können. Offpage ist alles, was andere über Ihre Website sagen, verlinken oder schreiben. Der Unterschied ist praktisch wichtig, weil er bestimmt, wo Sie anfangen: beim eigenen Code und Text oder bei Kontakten nach außen.
Die beiden Bereiche im Vergleich
| Onpage-SEO | Offpage-SEO | |
|---|---|---|
| Wo | Auf der eigenen Website | Auf fremden Websites und Plattformen |
| Kontrolle | Vollständig bei Ihnen | Nur indirekt |
| Typische Aufgaben | Inhalte, Titel, Struktur, Ladezeit, interne Links | Backlinks, Erwähnungen, Bewertungen, Einträge in Verzeichnissen |
| Wann es wirkt | Sobald Google die geänderte Seite erneut crawlt | Langsamer, weil sich externe Signale erst ansammeln |
| Häufigster Fehler | Seiten, die keine konkrete Suchfrage beantworten | Masse an Links ohne thematischen Bezug |
Onpage-SEO (auch: Onsite-SEO)
Onpage beginnt mit einer unbequemen Frage: Beantwortet diese Seite eine Frage, die jemand tatsächlich in eine Suchmaschine tippt? Viele Unternehmensseiten beschreiben, was die Firma gern über sich erzählt. Gesucht wird aber etwas anderes, etwa „Kosten Dachsanierung 120 qm“ statt „Unsere Kompetenz im Dachbau“.
Wenn der Inhalt stimmt, kommen die handwerklichen Punkte:
- Title und Meta-Beschreibung. Der Title ist die Überschrift im Suchergebnis. Er sollte den Suchbegriff enthalten und unter etwa 60 Zeichen bleiben, damit er nicht abgeschnitten wird.
- Eine klare Überschriftenstruktur. Eine H1 pro Seite, darunter H2 für die Teilfragen. Überschriften, die als Frage formuliert sind, helfen auch KI-Systemen, den passenden Abschnitt zu finden.
- Interne Verlinkung. Wichtige Seiten sollten von anderen eigenen Seiten aus verlinkt sein, mit einem Linktext, der sagt, worum es geht. „Hier klicken“ sagt nichts.
- Technik. Die Seite muss indexierbar sein, auf dem Smartphone funktionieren und zügig laden. Die Google Search Console zeigt kostenlos, welche Seiten im Index sind und wo es hakt.
- Strukturierte Daten. Schema.org-Auszeichnungen für Artikel, FAQ, Produkte oder das Unternehmen selbst. Sie garantieren keine besseren Rankings, machen aber eindeutig, was auf der Seite steht.
Offpage-SEO
Offpage bedeutet im Kern: Andere bestätigen, dass Ihre Website relevant ist. Lange lief das fast nur über Backlinks. Ein Link von einer angesehenen Seite zum selben Thema zählt dabei deutlich mehr als viele Links von beliebigen Verzeichnissen.
Was Offpage heute umfasst:
- Backlinks aus dem eigenen Themenumfeld. Fachportale, Branchenverbände, lokale Medien, Partner. Ein Link aus dem Newsletter-Archiv der örtlichen Handwerkskammer ist für einen Handwerksbetrieb mehr wert als zehn aus Webkatalogen.
- Erwähnungen ohne Link. Wenn Ihr Firmenname in Fachartikeln, Foren oder Vergleichslisten auftaucht, kann das auch ohne Verlinkung zählen. Für KI-Antworten spricht einiges dafür: KI-Systeme fassen zusammen, was viele Quellen über ein Unternehmen schreiben. Belastbar gemessen ist bisher vor allem ein Zusammenhang, keine Ursache. Mehr dazu, warum Erwähnungen für ChatGPT zählen.
- Bewertungen und Profile. Google-Unternehmensprofil, Branchenportale, Bewertungsplattformen. Für lokale Suchen oft wichtiger als jeder Backlink.
- Pressearbeit mit Substanz. Eine Pressemitteilung, die nur auf Presseportalen landet, bewirkt wenig. Eine, die ein Fachmedium aufgreift, weil sie eine echte Zahl oder Neuigkeit enthält, wirkt.
Vorsicht bei Angeboten, die Links in Paketen verkaufen, Positionen garantieren oder nur mit einer Kennzahl wie „Domain Authority“ argumentieren. Fragen Sie, auf welchen Seiten die Links erscheinen, ob diese Seiten eigene Leser haben und ob die Platzierung als bezahlt gekennzeichnet wird. Ist sie das nicht, verstößt sie gegen Googles Spam-Richtlinien.
Wo hakt es bei Ihnen? Eine Diagnose in zehn Minuten
Ob Ihr Engpass auf oder außerhalb der Website liegt, zeigt die kostenlose Google Search Console:
- Seiten → Indexierung. Fehlen dort Seiten, mit denen Sie Geld verdienen, ist das ein Onpage-Problem. Links helfen einer Seite, die nicht im Index ist, nicht.
- Leistung → Seiten. Viele Impressionen, kaum Klicks: Title und Beschreibung passen nicht zur Suchfrage. Onpage.
- Leistung → Suchanfragen. Ihre Seite erscheint nur auf Position 20 und schlechter, obwohl sie die Frage gut beantwortet und technisch sauber ist: Hier fehlt meist Vertrauen von außen. Offpage.
- Links. Zeigt dieser Bericht kaum externe Links auf Ihre wichtigsten Seiten, wissen Sie, wo Offpage-Arbeit ansetzen müsste.
Für die KI-Suche kommt ein fünfter Punkt dazu: ob KI-Crawler Ihre Seite überhaupt abrufen dürfen und ob sie sauber zitierbar aufgebaut ist. Das prüft der kostenlose KI-Sichtbarkeits-Check für eine einzelne Seite.
Womit Sie anfangen sollten
Unsere Empfehlung für die meisten kleineren Websites: Erst die fünf bis zehn Seiten in Ordnung bringen, mit denen Sie Geld verdienen. Jede davon sollte eine konkrete Suchfrage beantworten, technisch einwandfrei sein und von der Startseite aus erreichbar. Dann erst Offpage.
Der Grund ist einfach: Links verstärken, was schon da ist. Ein Link auf eine schwache Seite macht sie nicht gut, er macht sie nur etwas sichtbarer. Wenn Sie in einem hart umkämpften Thema antreten, etwa Versicherungen oder Rechtsberatung in einer Großstadt, verschiebt sich die Rechnung. Dort kommt man ohne Offpage-Arbeit kaum auf die erste Seite, egal wie gut die Inhalte sind.
Wie KI-Suche beide Bereiche verändert, zeigt der Artikel darüber, wie KI-Suchsysteme ihre Quellen auswählen.
Häufige Fragen
Was ist wichtiger, Onpage oder Offpage?
Für die meisten kleinen und mittleren Websites zuerst Onpage. Links auf eine Seite, die technisch nicht indexierbar ist oder die Suchfrage nicht beantwortet, bringen wenig. Offpage wird wichtig, sobald die eigenen Seiten sauber sind und in umkämpften Themen mithalten sollen.
Kann ich Backlinks kaufen?
Google wertet gekaufte Links, die Rankings beeinflussen sollen, als Verstoß gegen die Spam-Richtlinien. Bezahlte Platzierungen müssen mit rel="sponsored" oder rel="nofollow" gekennzeichnet sein. Dann sind sie erlaubt, geben aber auch kein Ranking-Signal weiter.
Zählt technisches SEO zu Onpage?
Meist ja. Manche trennen technisches SEO als dritten Bereich ab. Für die Praxis ist die Einteilung zweitrangig: Alles, was Sie auf Ihrer eigenen Website ändern können, liegt in Ihrer Hand, alles andere nicht.
Warum wirken Links auf manche Seiten nicht?
Weil sie auf eine Seite zeigen, die Google nicht als eigenständige Seite führt: etwa mit noindex, mit einer Weiterleitung oder mit einem Canonical-Verweis auf eine andere Adresse. Prüfen Sie die Zielseite in der Search Console mit der URL-Prüfung, bevor Sie Links dorthin aufbauen.